25.10.14

Mittagessen - Allgemeines

In den ersten ein bis zwei Minuten herrscht meist Ruhe. Die ersten Proben sind genommen und nun wird über die weitere Verfahrensweise entschieden. Dabei gibt es drei Varianten:

1. Das Essen schmeckt und wird runtergeschlungen.

2. Das Essen schmeckt nicht und wird weggeschoben.

 3. Das Essen schmeckt nicht, ist aber interessant.

Wenn also nach den zuvor beschriebenen ein bis zwei Minuten nicht entweder das Geräusch eines weggeschobenen Tellers oder ein "Mehr! Mehr!" erklingt, sollte man auf das Schlimmste gefasst sein.

Mittagessen - Fallbeispiel

Samstag, 11:00 Uhr, Küche.

Menüplan: Salzkartoffeln, Blutwurst und Sauerkraut.

Die Mahlzeit ist beendet. Angewandt wurde Variante 3 - das Essen hat nicht geschmeckt, sah aber interessant aus. Das Schlachtfeld bietet also folgenden Anblick:

Hanna

Das Sauerkraut lässt ihr blondes Haar voller wirken. Die Kartoffelstücke lassen ihre Nase voller wirken. Die Blutwurst auf ihrem Handrücken und rund um ihre Schnute lassen die Windel voller wirken.

Nina

Ist sauber, denn sie neigt dazu, das Igitt mit dem Löffel zu verteilen.  Dabei hat sie viele verschiedene Techniken nahezu perfektioniert. Sie lädt den Löffel voll und nutzt ihn als Katapult in alle Himmelsrichtungen. Sie lädt den Löffel voll und entleert ihn über dem Boden oder auf dem Teller der Schwester neben ihr. Sie lädt den Löffel voll, hebt ihn hoch, guckt drunter und dreht ihn um, um zu gucken, ob noch alles drauf ist. Weitere Beispiele würden den Rahmen sprengen.

Nicki

Ihr Teller ist zeitweilig voller als zuvor, denn sie sitzt neben Nina. Ihre linke Seite ist mit Blutwurst-Haufen übersät, denn sie sitzt auf Ninas rechter Seite. Ihre Haare sind in allen sich auf dem Teller befindlichen Farben dekoriert, denn sie hat geguckt, was Nina zwischen sich und ihr auf den Boden pfeffert ohne rechtzeitig vor Eintreffen der nächsten Ladung in Deckung zu gehen. Zu Ninas Deko kommen Nickis Eigenkreationen. Sie hat die Konsistenz der Wurstpampe genauestens untersucht. Mit jedem Finger beider Hände. Sie sieht aus, als hätte sie versucht, sich zu wickeln. Das Sauerkraut muss sie für Haare oder was auch immer gehalten haben, denn es ist penibel rausgesucht und rund um den Teller drapiert worden. Die Kartoffeln hat sie schlichtweg versteckt. Zwischen Füttersitz und Popo. Und als wenn das nicht abartig genug wäre, wackelt sie mit dem Hintern johlend drauf rum und arbeitet es sorgfältig in den Hosenboden ein.

Mittagessen - Empfehlungen

Man hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten, mit der Gefahrensituation umzugehen:

A: Stur auf den eigenen Teller gucken bis man fertig ist und das Drumrum ignorieren; danach die Lage checken und vor Ekel den eigenen Teller wieder füllen.

B: Vor dem eigenen Start zwei Minuten abwarten, welche der oben genannten drei Varianten sich herauskristallisiert.  Ist absehbar, dass die Kinder das Kreativ-Programm gestartet haben, verlassen Messer und Gabel ihre Position nicht und der Teller bleibt voll.

Mittagessen - Fazit

 Harmonisch und gesittet geht es beim Essen im Kreise der Familie nur bei den Waltons zu.

Na, dann Mahlzeit, John Boy.

8.3.15 22:12

Letzte Einträge: 17.01.16, 19.02.16, 20.02.16

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