11.06.13

Sonne.

Viiiiiel Sonne.

36 Grad die Luft, 32 Grad das Wasser.

Kiddies raus. Klamotten, Schuhe, Windeln weg. Kiddies rein ins pipiwarme Nass.

Quietschen, johlen, lachen.

Mal hinpacken, aufstehen, schütteln, lachen, weiter geht's.

Und wieder quietschen, johlen, lachen.

Moment - was is denn da los?

Ein Mäuschen steht da ähm rum.

Rührt sich nicht.

Glotzt ins Leere.

Legt die Stirn in Falten.

Wird rot.

Knurrt.

Drückt.

Ach du liebe Scheiße - SIE DRÜCKT.

Ähm... Äh... Was machen? Äh... Fuck...

Ratlosigkeit.

Die Sekunden vergehen in Zeitlupe.

Da bahnt sich das Klöpschen schon den Weg ins Tageslicht.

Ähm... Äh... Wenn der jetzt da rein... Iiiih... fuck...

 So, und wie endet das Ganze wohl?

 A: Die Maus merkt "Oh, irgendwie doof" und zieht das Ding zurück.

 B: Alle springen in letzter Sekunde ausm Pool, die Maus kackert zu Ende und seufzt erleichtert.

C: Papa hält geistesgegenwärtig die Hand uff, die Maus denkt sich noch: "Papi, diss is aber nich für dich" und legt ihr Ei. Papa hält es halb angeekelt, halb erleichtert inna Hand und die Maus guckt, als wolle sie sagen: "Willste noch mehr? Ick hätte da noch watt!".

8.3.15 22:08, kommentieren

03.05.14

Die drei drängen sich um eine kleine Pfütze

Hanna: "Guck mal, nass."

Nina: "Ja genaaau."

Nicki: "In echt? Lasst mich mal guckn!"

Hanna: "Nina, nimm deinen Pupspo aus meinem Gesicht."

Nina: "Ach, n Gesicht soll ditt sein. Aha. Gibt's ditt och in leise und weg? Ditt is mein Nass-Dings! Sieh zu, dass de Land gewinnst!"

Nicki: "Boa, lässt de dir ditt gefallen, Hanna?"

Hanna: "Na warte, Schwarte..."

Nina: "Heee, nich schupsen. Du, hör auf, sonst... PFFFT... Da haste. Riech weg das Ding!"

Nicki: "Boaaa, was für ne Note. Was hast du gegessen???"

Hanna: "Na und! Pass ma uff... PFFFT..."

Nicki: "Mennno. Doch nich in meine Richtung. Boa ey, zum Pupen zu blöde!"

Nina: "Ha ha! Soll ick dir nochmal zeigen wie ditt jeht?... PFFFT."

Hanna: "Boa, du bist so eklig. Ick geh zu Papa petzen."

Nina: "Nee, warte! Der will nur wieder mitmachen. Bleib stehen! Heee..."

Nicki: "So, die zwei sind wech... Jetzt zu dir, Nass-Dings. Fitzi nennt dich die Mama, ja? Ick bin die Nicki. Ick bin hier der Chef vom Ganzen. Also schön still halten, sonst passiert watt... Ick geh mal noch n Stück weg... warte... so und jetz mit Anlauf... Jeronnimooooo!!!"

Mama: "Nicki, du bist n Ferkel!"

Nicki: "Geil wa!?"

8.3.15 22:07, kommentieren

10.04.14

Heut mit Oma beim Arzt. Ohr is im Arsch. Wir also rein und ab ins Wartezimmer. An drei Wänden aufgereiht stehen 15 Stühle. Und sie sind wie folgt belegt: 1, 3, 5, 7, 9, 11 und 15. Bloooß keine anderen Menschen berühren. Die Devise lautet: "Mein Tanzabstand. Dein Tanzabstand.". Oma passt sich an und setzt sich auf 13. Ich hab also die Wahl zwischen einer Bibliothekarin auf 11 und einem Hippie auf 15. Mmh. Na, ich bin halt auch n bissl Spießer. Ab auf die 12. Und da sitzen wir nun. Ich starte Smalltalk mit Oma. Sie dreht sich zu mir, grinst, dreht sich weg. Aha. Das ist also das kaputte Ohr. Gut. Dann gucken wir uns mal die Damen mit dem Sicherheitsabstand an. Der Hippie war nämlich der einzige ähm "Mann" im Raum. Also auf 1 eine ältere Dame, polierte Schuhe, Beine übereinander geschlagen, Urgroßmutters Uhr am dürren Handgelenk, Kinn in die Höhe, stolzer, erhabener Blick und durchschnittlich aufwendig toupiertes, altersgerecht ergrautes Haar. Neben sich, auf der Ecke von 2, die Handtasche. Gesichert mit der Linken. Das Böse lauert überall. Diese verkommene, verdorbene Welt. Wie sich herausstellt, wartet sie auf ihre Gatten. Er betritt irgendwann die Bühne. Arztsocken, Jesuslatschen drüber, kackbraune Cordhose, Urgroßvaters Pulli, Anglerweste, Hornbrille. Also keine echte, urige Hornbrille, mit dem Dreck von Jahrzehnten unterm Rand, sondern eine hochmoderne schwarze hornbrillenartige Hornbrillenkopie mit dem Aufdruck eines namenhaften Modedesigners. "Trude, komm!". Trude: "Bist du fertig.". Horny: "Ja. Komm!". Horny verlässt die Bühne. Trudchen schnappt sich schnippisch ihre Jacke. Damals, in der guten alten Zeit, als Hans-Egon, oder wie auch immer er heißt, noch um sie warb, half er ihr gentlemenlike in den Mantel. Heute kann sie froh sein, wenn sie ihm seinen Hut nicht hinterhertragen muss. Muss sie aber. Dann wird das Kinn eben noch etwas höher gereckt. Gefährlich in einem Altbau mit 20 cm-Türschwellen, aber Trudchen meistert es... Auf der 3 eine Blondine in den 30ern. Haare akkurat mit Schablone schulterlang geschnitten, Augenbrauen kaum vorhanden, aber gekonnt nachgepinselt, hellblauer Lidschatten, blasser Schnabel, türkiser (oder sagt man türkisfarbener) Pulli, knallenge Jeans, pinke Turnschuhe, braune Handtasche mit güldenem D&G-Aufdruck. Keine künstlichen Fingernägel. Passte so gar nicht ins Bild, aber wir lassen sie gewähren. Ex-Teenie-bald-Trudchen saß ganz unspektakulär da und starrte auf die Schuhe der gegenüberliegenden Reihe mit Sitz 11 bis 15. Ich überlegte kurz. Ah, ich hab die braunen Stiefel (noch nie hab ich 70 Euro für Schuhe ausgegeben) an, die vorne vom Buggy zusammenklappen ne Delle haben, an. Meine Besten. Passt... Also weiter zur 5. Eine kurze hagere Magere. Ziemlich verbraucht. Gelbe Fingernägel und farblich passende Zähne. Dünnes, ungleichmäßig langes, straßenköterblondes Haar, strenger Blick, nervöses Zappeln mit den übereinandergeschlagenen Beinen. Bissl wie Peg Bundy. Der Pulli wirkte wie ihr  Meisterwerk ausm Handarbeitsunterricht vor 40 Jahren. Daaamals, als es Wolle nur in weiß und rot gab. Skurrilerweise überstrahlte das Weiß die Zähne und Fingernägel. Aber gut. Lassen wir das... Auf 7 eine schätzungsweise ebenfalls 30-jährige hagere, dezent und bieder herausgeputzte junge Dame. Schwarze Wildlederpumps. Schwarzer, am knöchernen Körper schlackernder Anzug mit güldenen Knöpfen. Sollte wohl nach D&G aussehen. Tat's aber nicht. Eher wie ein gepimpter Konfirmationsanzug des jüngeren Bruders. Die strähnigen, kinnlangen braunen Haare zur Hälfte mit einer Spange hochgebunden. Ebenfalls blasse Lippen, blauer Lidschatten und kaputtgezupfte-und-deshalb-nachgemalte Augenbrauen. Scheint ein Generationending zu sein. Hab ich verpasst. Was bin ich froh. Anders als Blondie, hat sie ein Buch aufm Schoß. Da krächzt die Schwester von fern ihren Namen. Die schwarze Else springt auf - beinah fällt ihr das Buch runter - und stolziert (beeindruckend laut angesichts ihrer Windschnittigkeit) ausm Raum... Da springt Oma auf. "Ne, Mäuschen, bleib mal hier!", sag ich, "Du wurdest nicht aufgerufen!". Oma, und mit Oma meine ich meine Mutter, die Oma meiner Kinder (Auch komisch, dass Mama plötzlich immer Oma heißt, wenn Tochter Mama wird. Aber gut.), Oma setzt sich, guckt mich an, als würde sie sagen wollen "Mit mir is och nüscht mehr los.", ich gucke zurück,  als würde ich sagen wollen: "Haste recht!" und setze meine Beobachtungen fort. Wo waren wir? Trude, Blondie, die Kneipenwirtin, Blacki - ah, Nummer 9. Was ihre 4 mageren Sitznachbarinnen vom Stuhl nicht benutzen, benötigt sie mehr. Man hört die letzten, erstickenden Worte des Stuhls: "Ich krieg keine Luft. ICH KRIEG KEINE LUUUFT!". Die Kleidung zu beschreiben, grenzt an Zeitverschwendung. Is eh alles nach dem Motto "Tarnen wir ein Rüsseltier". Die Schuhe sind, wie sollte es anders sein, schief gelatscht. Während die Außenseiten aussehen, wie frisch aus'm Laden, zeugen die Innenseiten von A-Beinen. Das is, wenn die Oberschenkelmassen ein Zusammentreffen der Knie und erst recht Unterschenkel unmöglich machen. Die Füße sehen einander quasi bei einer Sichtweite unter 50 Metern nicht mehr. Nun gut, Röschen (in Anlehnung an die rote Bombe aus "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" hockt also da, Handtasche aufm Schoß und ein Buch in der Hand. Vermutlich "Shades of Grey". Alle kennen es, aber keiner hat's gelesen... Die Dame auf der 11 dürfte es vielleicht wissen. Nach meiner Einschätzung wie gesagt Bibliothekarin. Im Prinzip eine Mischung aus den Prachtexemplaren zuvor. Erhaben wie Trude, Brille wie Horny, das Haar akkurat wie Blondie, klein und hager wie die Kneipenwirtin, Anzug ähnlich dem von Blacki, nur dass es wohlmöglich D&G is, und lesend wie Röschen. Aber kein Taschenbuch, wie die Massen, sondern eins mit Hardcover und seidenem Schniepel. Aus der Handtasche, so groß wie ein Aygo-Kofferraum, ragen weitere Bücher. Die Brille lässig auf der Nasenspitze balancierend, erinnert sie mich an meine Deutschlehrerin... Auf 12 und 13 Mama und Oma. Auf 14 die lederne, mit Ansteckbuttons übersähte Umhängetasche aus den wilden Siebzigern vom Hippie auf 15. Er wirkt  etwas "gezähmt". Statt einer Cordhose trägt er Jeans und statt Jesuslatschen braune hohe Sneakers mit dunkelgrünen fetten Schnürsenkeln. Ziemlich abgenutzt, als würde er sie schon seit 10 Jahren haben. Und tragen. Immer. Auch beim Schlafwandeln. Obenrum n Parka mit tausendundeiner Tasche und wiederum Buttons. Fuck, ich kann nicht lesen was da steht. Jedenfalls schulterlange, dünne, fettige Haare, Drei-Tage-Bart, John-Lennon-Brille und vernebelter Blick... Oma ist inzwischen tatsächlich aufgerufen worden. Ich kämpfe gegen die Müdigkeit und verliere immer wieder. Bin also auch eins dieser typischen Wartezimmerexemplare. Auf der 12 sitzt eine verbrauchte, mehr als pummelige Muddi in allenfalls praktischem Dress. Bei den Schuhen etwas tiefer in die Tasche gegriffen, aber trotzdem schon zerwichst. Die Hose, schwarz,  ein Model, dass sie in 2 weiteren Farben hat, weil endlich eine "vernünftig" sitzt. Die Jacke ein baumelndes altes Ding vollgestopft mit allem , was andere in riesigen Handtaschen unterbringen, weil Muddi zu faul is, sich eine solche über die Schulter zu schwingen. Die Haare zu einem Dutt wie zu Urgroßmutterszeiten zusammengeknautscht. Verzweifelt versucht sie die Augen offen zu halten. Starrt in die Runde. Starrt auf den Teppich. Ne doch wieder in die Runde. Und eeendlich ruft die Oma: "Kommst du?!". Und aufm Weg aus dem Raum kann ich lesen, was auf dem Button steht: "Na, mal wieder zu cool um Hallo zu sagen?". Er guckt. Ich lache. Er lacht. Peace!

8.3.15 22:07, kommentieren

28.03.14

Nicki, Nina und Hanna Heimweg von der Kita...

Hanna: "Los, Teddy, schnell zum Auto."

Nicki: "Guck ma, Blumen. Also so Ast und gelb und so. Hey was is'n diss?"

Nina: "Dis sind Pfurzitzien, sagt Mama. Hörst du auch nicht zu? Die labert ja auch den ganzn Tag..."

Hanna: "Rechts. Links. Rechts. Links... Lach nich, Teddy, du kannst gar nicht laufen. Immer muss ich dich rumschleppen... Rechts. Links. Rechts. Links..."

Nicki: "Hi hi. Pfurzitzien. Hi hi. Pupsblumen. Ob die auch so stinken wie bei Papi?"

Nina: "Das glaub ich nich. Keiner stinkt wie Papi. Riech doch mal an den Dingern?"

Hanna: "Wartet doch mal! Wer hat gepupst? Ich will’s auch wissen. Los, Teddy, mach hinne. Ich verpass wieder die Hälfte."

Nicki: "Nö. Riecht eigentlich ganz gu... gu... gu... HAAATSCHIII!"

Nina: "Boa, iiih. Was is'n das? Nicki, da kriecht was aus deiner Nase. Boa, is mir schlecht."

Hanna: "Ja. Ähm. Also dann geht doch einfach schon vor. Ich muss ja hier den Teddy schleppen. Der is ja viel größer als Hasi und Rosi. Und überhaupt. Is schön hier hinten..."

Nicki: "Scheiße, hat mal jemand... Ach, komm her, Rosi. Da musste jetzt durch..."

Nina: "Hanna, komm ich helf dir tragen. Schnell zum Auto... Papi, wir fahren heut bei dir mit. Nicki kann Mama für sich allein haben."

Papa: "Ja Mädels, Pups-Wettbewerb. Ich könnt grad..."

Hanna: "Komm, Nina, diss kleine Stück bis nach Hause schaffen wa auch zu Fuß."

8.3.15 22:06, kommentieren

05.0214

Wenn einen der Alltag fest im Griff hat, is es allenfalls Deo, was man täglich für die Nase tut. Und der Papa, seines Zeichens Müllfahrer, hat werktags schon gar nichts mit Parfum oder Eau de Klosett am Hut... Wir haben Montag. Mama wirft sich grad in seine Arme (Wir erinnern uns; die lieben sich.), schnuppert, stutzt: "Warum riechst du so gut? Hast du hier ne Nutte versteckt?". Papa überlegt (tatsächlich): "Mmh, vielleicht noch von gestern...". Mama: "Ditt wird aber teuer, wenn die schon seit gestern hier is.".

8.3.15 22:06, kommentieren

27.01.14

Mama und Papa fahren durch die Stadt. Papa am Steuer, also alles easy. Mama: "Da guck, die Parktasche war es." Papa: "Die is doch für zwei Autos." Mama: "Ja, eben. Stand schon einer drin. So wie da. Siehste?". Papa verschlägt's die Sprache: "Ey, da zimmere ick dir n Reihenhaus rinn.". Mama schmollt. Stück weiter unser Ziel. Auch ne Parktasche. Papa souverän wie immer. Zu Mama: "Noch Fragen?". Mama bockig: "Gib bloß nicht so an. Pures Glück."... Bissl später. Papa: "Noch uff’n Döner zu Ali?" Mama wieder voll dabei: "Jaaa... Ach nee. Shit. Ich hab ja Flitzikacke. Schonkost, sagt Onkel Doktor. Und wenn ich nix kriege, wirst du auch hungern!". Papa nimmt hin (jahrelanges Training): "Ja, ick steh druff, wenn’s bei Rülpsen staubt."

8.3.15 22:06, kommentieren

25.01.14

Mama hüpft durch die Bude und tiriliert: "Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann nichts wie raus zum Wannsee..."

Papa schaut eine Weile zu und sagt dann: "Ganz schön stark deine Tabletten, mmh?"

Mama: "Wiesooo? Guck mal, die Sonne scheint doch!"

Papa: "Ey guck ma uff’s Thermometer.  Minus 14 Grad!"

Mama stutzt: "Kann nicht sein. Die Sonne scheint doch. Guck, da steht 24,2 Grad."

Papa rollt die Augen: "In deinem Oberstübchen is auch schon Feierabend, wa? Das is für drinnen. Driiiinnen. Hier warm - da kalt!"

Mama: "Du spinnst ja. Is warm draußen. Bestimmt."

Papa gibt auf: "Ja. Tschüss dann eben!"

Mama, im T-Shirt latscht übern Flur, Schuhe an, Sonnenbrille parat, Tür auf...

TÜR ZU!...

Papa: "Na? N warmen Tee?"

Mama kleinlaut: "Ja bitte... Dis Thermometer is kaputt."

Papa: "Ja, kriegt auch n Tee."

8.3.15 22:05, kommentieren

24.01.14

Wenn zwischen all dem Trubel mal Zeit zum Aufatmen ist und der Stress in den Hintergrund tritt, bleibt auch mal Zeit, zu beobachten... Die kleinen Wesen... Wie sie durchs Haus tippeln. Am süßesten in ihren Schlafanzügen. Das erinnert mich an John und Michael, Wendys Brüder aus "Paul Pan". Und sie sind so rein. So unverdorben. So ohne jeden Vorsatz. Ohne Berechnung. Die großen braunen Kulleraugen schauen mir in mein Innerstes. Blicken tief in meine Seele. Mami studieren, beobachten, "Warum guckt die so?". Dann wieder Tagträumen. Oder sich von der Schwester mit Lachen anstecken lassen. Sie lachen aus vollem Herzen. Ohne sich zu verstellen. Über so viele Kleinigkeiten. Sie abzukitzeln und sie lachen zu hören, ist so ein hinreißendes Schauspiel, so wie Kirschblütenregen im Frühjahr, wie Sonnenstrahlen auf glitzerndem Schnee. So natürlich. So unbeschwert. Dieses Giggeln und Glucksen. Und lacht eine, lachen die anderen mit... Auch ihre Reaktionen und ihr Verhalten. Nichts wird unterdrückt. Wenn sie was haben wollen, nehmen sie es. Und sie nehmen es halt auch mal weg. Und ziehen und zerren drum. Nichts, was ein Erwachsener machen würde. Wir denken uns "Behalt's doch!". Sie denken sich "Meins. Meins. Meins... Gib. Gib. Gib."... Da wird der Bauch nicht eingezogen. Stolz wird der mit Möhrchensaft vollgeplemperte Wanst durch die Gegend geschoben. Gern auch mal draufgeklatscht... Ja, und so ein Finger findet halt auch mal den Weg in die Nase. Ganz kess wird es Mama und Papa dann präsentiert... Und wenn sie wütend sind, wird sich nicht ladylike zusammengerissen. Es wird gebissen, gekratzt, gekniffen, geschrien und gebockt... Und wie sie erst reagieren, wenn die ach so steife Mama mitmacht. Beim Kreisch-Wettbewerb. Meist nach dem Essen. Wer lässt die ersten Gläser platzen? Alle drei schreien und grinsen und lachen sich dabei an. Und dann legt Mama los. Und alle stocken. Glotzen. Grinsen. Und machen noch lauter, noch lieber mit... So unverblümt. So ehrlich. Wundervoll...

8.3.15 22:04, kommentieren

19.01.14

Wochenende. 9 Uhr. Kuschelzimmer. Ein großer, wirklich groooßer  dicker Plüschteddy, namens Karl liegt zugedeckt, schnarchend und verkatert auf dem Boden.

Mama tiriliert: "Kaaarli, aufstehen. Ein neuer Tag, ein neues Glück. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Hopp hopp. Die Mädels warten schon auf dich!"

Karl Franz: "Wa?... Watt is?... Watt willste?... *rülps*..."

Mama mit erhobenem Zeigefinger: "Na also Karli, du kleines Schweinchen. Sowas macht man aber nicht!"

Karl Franz: "Watt'n? Du übertreibst wieder maßlos. N Schwein hätte gekotzt... Also sei gefälligst n bisschen dankbarer."

Mama stützt empört die Hände in die Hüften: "Ach, und am Ende soll ich mich noch glücklich schätzen, dass du mich nicht anpupst, oder was?"

Karl Franz: "Nicht nötig... *fuuuurz*...da scheiß ich drauf."

Mama entsetzt reißt die Augen auf: "Also... *stammel*... Also... Karl Siegfried Adalbert Ephraim Franz - STEH SOFORT AUF!"

Karl Franz dreht sich weg: "Ach, leck mich fett..."

Mama lässt die wilde Horde los...

Hanna: "Karli schmusen."

Nicki: "Karli-Bauchi-Trampolin!!!"

Nina: "Ja genauuuu!"

Karl Franz kann nicht widerstehen: "Kommt her meine süßen kleinen Schnuckiputzihasimausischätzchen."

Hanna: "Jaaa. Hoppe hoppe Reiter. Los, Mädels, auf ihn mit Gebrüll."

Nina: "Ja genauuuu!“

Karl Franz: "Boa... *würg*... nich so dolle... Boa, nie wieder Alkohol... Nicht!!! Meine Blase. Ick war doch heut noch nicht..."

Nicki: "Jetzt erst recht!!!... Jeronnimooooo!!!"

Karl Franz: "Na wenigstens nich die dicke alte Frau..."

8.3.15 22:03, kommentieren

14.01.14

Mama: "Wie hat dir eigentlich der Kuchen geschmeckt, vor allem der Boden?“

Papa ohne zu zögern: "Naja, n Highlight war es nicht..."

Mama klappt der Unterkiefer runter: "... manchmal einfach lügen!!! - Wie hat dir der Kuchen geschmeckt, vor allem der Boden?!?!"

Papa überlegt: "Ich weeß nich, wie ick ditt anders formulieren soll..."

Mama rollt die Augen: "Pooositiv!"

Papa druckst rum: "Naja, irgendwie fest. Nicht so fluffig." 

Mama verliert die Geduld: "Wie hat dir der verdammte Kuchen geschmeckt???"

Papa grinst frech: "Ja, war ja toll. Hat halt nur geknackt beim Beißen."

Mama reißt entsetzt die Augen auf.

Papa amüsiert: "Nee, echt, war lecker. Aber eben mehr so wie altes Brot."

Mama pampig: "Noch irgendwelche Nettigkeiten?"

Papa grinst weiter: "Die Kirschen waren gut!"...

8.3.15 22:02, kommentieren

08.01.14

Papa: "Du guckst wie Eener aus der Muppet Show"

Mama stutzt, schaut sich um, keiner weiter da, "Meint der mich?", Mamas Unterkiefer klappt runter.

Papa rudert zurück: "Nich ditt Schwein. Der andere da. Der Dings..."

Mama: "WATTTTTT?"

Papa: "Na hier... weil de grade so... der Eene der so mit der Unterlippe... na du weeßt schon... ach komm..."

Mama: "Watt, ach komm? Und du siehst aus wie Samson aussa Sesamstraße."

Papa: "Jar nich!"

Mama: "Nee, richtig, du bist dickaaa!!!"

8.3.15 22:02, kommentieren

05.01.14

Sonntagnachmittag - Kaffeezeit. 

Papi (wir erinnern uns - der alte Sack mit der kaputten Bandscheibe) hinkt mühsam in die Küche. Nicki an der Hand und Nina aufm Arm. Hanna watschelt voran. Mama deckt bereits den Tisch, füllt die Fläschen mit Wasser und atmet nochmal tief durch. Fest entschlossen, nicht die Nerven zu verlieren, stemmt sie die Hände in die Hüften und schaut zur Küchentür. Da kommt es angewatschelt, das Grauen Teil 1. Mit Unschuldsmiene und Tutti im Schnabel biegt es um die Ecke zur Küche. Im Hintergrund läuft die Melodie zu "Spiel mir das Lied vom Tod". Ihr Blick sagt "Na, Muddi, Bock uff ne Runde Fang-den-Dreck?". Mama setzt ihr Was-kostet-die-Welt-Gesicht auf und erwidert: "Komm her Schnulle, Happa Happa!". Ab in den Stuhl mit ihr, Latz vor's Gesicht geknallt und Pulle in die Hand. Da kommt der Rest der wilden Horde um die Ecke. Zuerst erblickt Mama die Anführerin. "Dirty Nicki". Gesucht auf 18 Kontinenten. Diesseits und Jenseits der Milchstraße. Kopfgeldprämie aktuell 87,51 Euro. An der Hand führt sie ihren Gefangenen. Einst eine stattliche Erscheinung. Jetzt gedrungen, ergraut, faltig und ausgemergelt (dichterische Freiheit sei mir gestattet). Mit sich schleppt er die rechte Hand des Teufels. Sie hockt auf seinem Arm, in der Linken einen Tutti, in der Rechten die Gerte. "Lauf, Papa! Hüüh hott!". Mit letzter Kraft erreicht er den Tisch. Mama setzt die Herrin und die Vize in die Stühle und hockt sich daneben. Die Flaschen werden schon zurück auf den Tisch geknallt. Einstimmig brüllen sie: "Da da te pe, hee hee!". Schon klar - her mit der Banane. Jede ein Drittel. Es wird förmlich eingeatmet. Noch eins. Geht schon langsamer. Man begutachtet, was da überhaupt vorgesetzt wird. Sind es auch die guten Chiquita oder hat Mama wieder die Aldi-Knüppel reingeschmuggelt. Man würgt es gnädig runter. Das letzte Drittel folgt. Jetzt wird seziert, gequetscht, gepuhlt. Beinah angeekelt werden die Einzelteile in Zeitlupe ins Mäulchen gestopft. Das ein oder andere Stück wird Mama auf den Tisch geschleudert. Sie brüllen: "E baba bu mama!". Ok, der nächste Gang. Mandarinen. Hanna und Nina schlingen sie nur so runter. Von der ersten bis zur letzten. "Dirty Nicki" aber startet ihre Show. Stück nehmen, quetschen, runterschmeißen, johlen. Stück nehmen, ansabbern, halbleer tutschen, runterschmeißen, "Baaah!". Die Schwestern tun pikiert. Nicki fühlt sich herausgefordert. Sie fängt an, an den Ärmeln, Armen und Lätzen ihrer Schwestern zu zerren. "Diese Schleimer!". Mamas Nerven liegen blank. Die Redelsführerin wird in die zweite Reihe verbannt. Sitz nach hinten geschoben. Sie quengelt, schweigt dann aber. Weiter geht's. Milchbrötchen. Kurzum, alles landet zerfetzt am Boden. Nun wird nach den letzten Überresten der Weihnachtsbäckerei gegiert. Also gut, was haben wir zu verlieren. Hanna nagt am Zimtstern. Nina nagt am Kipfl. Nicki kriegt den Keks in die Hand. Sie hebt herausfordernd das Kinn und knallt Mamas Mist auf den Boden. "PAAAH!". Tiiiief durchatmen, Mami!!! Bis 10 zählen. An was Schönes denken... 

Irgendwann ist die "Mahlzeit" beendet. Dreckige Schnuten, klebrige Hände, zerzauste Haare mit dem ein oder anderen Krümel dekoriert, schief hängende Lätze, zufriedene Gesichter. Jetzt wird gejohlt und gequiekt. Papi schneidet Grimassen und kitzelt sie ab, während Mama Ordnung schafft. Der erste Blick unter die Stühle: Wasserpfützen, halbausgelutschte Mandarinenstücke, Fetzen von Milchbrötchen und durchgesabberte Kekskrümel. PFUI!!! Mama will sich grad an die Arbeit machen, da entdeckt Dirty Nicki eine Möglichkeit, allem noch die Krone aufzusetzen. Sie schmeißt sich in ihrem Stuhl vor und zurück bis das Ding Richtung Tisch galoppiert. Quer durch's Schlachtfeld. Jammi. Jetzt haben wir wässrige Brötchenfetzen-Krümel-Pampe mit Mandarinenduft. Hilft nix. Dann eben auf die harte Tour. Zicken säubern und ab in die Stube. Papa dazu. Er hält sich den Bauch und wischt sich ein Tränchen weg. Mmh, hat er die Mama ausgelacht? Na, der is nachher fällig. Jetzt erstmal Chaos beseitigen. Schutzbrille aufgesetzt. Regenanzug angezogen. Kärcher auf Maximum. Schränke, Stühle und Tisch rutschen durch die Küche. Gewitzt versteckte Speisereste der letzten Wochen wirbeln umher. Ein Stück ranzige Stolle fliegt vorbei. Ab Richtung Abfluss. Ein paar Mal gluckert es kräftig und dann is alles weg. Mama legt den Schalter für den letzten Akt um. Die Decke klappt nach oben und die Windmaschine wird ausgefahren. Mama schafft es grad noch, sich festzuhalten. Eineinhalb Minuten Orkan. Das reicht. Maschine aus, Decke zu, Regenanzug und Brille weg. Ein prüfender Blick. Alles blitzt, Mama ist zufrieden... Da biegt hinter ihr Hanna um die Ecke. Mama mit triumphierendem Blick: "Die Runde geht an mich!". Hanna: "Fuck!"... 

Und von weitem ruft Nicki: "In zwei Stunden geht's weiter, Muddi! Dich krieg ich auch noch klein!"

8.3.15 22:01, kommentieren

16.12.13

Nikolaus...

Augen mühsam auf. Ohren auf Empfang gestellt. Klingt etwas windig. Ein erster verschlafener Blick aus'm Fenster. Da fliegt ne rote Kutte vorbei. Is ja der Hamma. Schnell runter. Tür n Spalt uff und gelinst. Watt macht'n der da? Da steht ein hagerer alter Mann in unserem Eingang und bibbert und flucht vor sich hin. Seltsame Erscheinung: Rote Hose, fette neongelbe Snowboots mit Reflektoren, weißes Feinrippunterhemd, umgeschnallter Bauch, n zerzauster schneeweißer Vollbart und ne Glatze. In der einen Hand ne megagroße Alditüte. Mit der anderen feuert er wütig wie Rumpelstilzchen seine Bommelmütze uff'n Boden... Ich also die Tür bissl weiter uff: "Ey, Läuschen, komm rinn. Ich schmeiß ne Runde warmen Kakao und n Keks findet sich och.". Er dreht sich zu mir um, steht stocksteif da, reißt die Augen weit auf und glotzt mich an. Ich so: "Alta, ick beiß nich. Aber sach mal, welcher Aldi hat'n um die Zeit uff. Ick brauch noch Butter zum Backn.". Man sieht, wie es bei ihm im Oberstübchen rattert. Dann beginnt er langsam auf mich zuzulaufen. Mit der unbemützten Hand fuchtelt er kleine Kreise in die Luft und faselt: "Du träumst... du träumst... du träumst...". Ich so: "Ja nee, is klar. Du bist nich grad die Sorte Mann, von der ick träumen würde. Heut Morgn schon inn Spiegel jeguckt? N sauberet Hemd hätt‘ste dir och anziehen können!". Er verdutzt: "Kieck dich doch mal an. Bist och keene Enschelina Scholiii.". Na jetz schlägt's aber Dreizehn. "Boa, du fieser alter Sack. Ditt mit dem Keks hat sich jeschissn.". Plötzlich scheint ihm wieder einzufallen, dass er ja gar nicht da is. Er stellt seine Alditüte ab, kramt in seiner Hosentasche, holt Sonnenbrille und ein Art schwarzen Taschenvibrator raus. Setzt die Brille uff, hält mir ditt Stäbchen vor's Gesicht und zack - n Megablitz. Er nimmt ditt Ding weg und guckt mich fragend an. "Selten so gelacht. Den Film hab ick och jesehn. Und jetz mach die Flatter, ick brauch jetz n janz starkn Kaffee.". Er stutzt, steckt sein Ding weg und ***PLOPP*** issa weg. Samt Alditüte... 

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27.11.13

Terror oder Fürsorge?

Ein kleines rosa Monster, nich mal n Meter groß, kaum Haare uff‘m Kopp, kaum Zähne im Mund, wird von 20:00 bis 23:00 Uhr im Halbstundentakt wach. "Uuuääähhh!!!". Nach 23:00 Uhr nicht mehr, denn es schläft gar nicht erst wieder ein. Bis zum Schichtwechsel um Mitternacht terrorisiert es Papa (und Mama kann auch nicht schlafen) und dann nahtlos Mama (und Papa kann immer noch nicht schlafen). Kleines Aas. So gut wie nie schafft es ein Hosenscheißerchen bis in Mamas und Papas Bett. Das kleine rosa Monster heute schon. Und es wird fröhlich weitergeheult. "Uuuääähhh!!!". Nix hilft. Warme Milch. "Uuuääähhh!!!". Bauchi kraulen. "Uuuääähhh!!!". Tutti. "Uuuääähhh!!!". Kuschelversuche werden vehement abgeblockt. Die kleine Monsterbacke windet sich lautstark zwischen Mama und Papa (rechts und links auf den Kanten liegend) auf deren heiligen vier Quadratmetern. Mama platzt die Hutschnur. Göre geschnappt, ab ins Kinderschlafzimmer, Dudeldei an, "Entschuldigt, Mädels!" zu den Schwesterchen, Monster ab in ihre Zelle. Püppi auf die Brust, Tutti eingekorkt und raus. Und was passiert: RUHE! Das kleine rosa Monster gibt Ruhe. Nach zweieinhalb Stunden. Mir nichts, dir nichts. Eingepennt...

 

"Endlich Feierabend... Wir, also Trick, Track und ich, hatten abgemacht, dass ich mich heut um Mama und Papa kümmer. Sie sehen so fertig aus. Seit Wochen. Wir machen uns echt Sorgen. Naja, tagsüber kann man sie ja leicht überwachen. Aber nachts hauen die ja ständig wieder ab. Mühsam muss ich die alle Nase lang zu mir zitieren. Dann machen sie mir die Dudeldei an. Als wäre ich nicht schon müde genug, machen sie mir meine Schicht auch noch derartig schwer. Wie soll ich mich denn da wach halten? Irgendwann haben sie mich dann zu sich geholt und mich angeglotzt und untersucht. Da wurde es mir zu bunt. Ich hab gebrüllt und gestrampelt. Vergebens Dabei war doch schon Schichtwechsel. Hanna war dran. Aber die haben mich nicht mehr weggelassen. Eingekesselt von allen Seiten klammerten sie sich an mir fest. Und plötzlich muss Mama ein Licht aufgegangen sein. Sie packt mich, trägt mich zurück, macht meine Dudeldei an, labert noch kurz auf Nina und Hanna ein und legt mich endlich endlich zurück in mein Bett. Endlich bei Püppi und meinem Lieblingstutti. Ich bin fix und fertig... Hanna, du musst aufwachn. Hanna? Schichtwechsel... Ich bin so mü... grunz... schnarch... pups... Ups! Ich war das nicht... schnarch..."

8.3.15 22:00, kommentieren

27.11.13

Kita. 

Garderobe. 

Mama zwängt zwei Drittel in ihre Klamotten. Ein Drittel wartet schon krank zu Hause. Draußen auf'm Kitaflur nicht zu überhören ein Mutterdrachen ("Es is doch nur eine Hose!".

Mama setzt die Mützen auf. ("Hab dich nicht so!"

Mama schiebt die Mädels auf den Flur. ("Das darf doch wohl nicht wahr sein!"

Mama schlendert zur Tür. ("Es is doch nur eine Hose!"

Mama spaziert zum Auto. ("Kommst du jetzt endlich?"

Mama setzt Hanna rein. ("Los jetzt! Ab ins Auto!"

Mama mit Nicki auf'm Arm zur Beifahrertür. Da bemerkt sie die Hexe, die offensichtlich neben ihr geparkt hat. Das dazugehörige Kind (Ja, da war eins. Mama hat extra nachgeguckt, weil es, anders als seine Mutter, nicht zu hören war.) war schon ins Auto gekrabbelt und Babajaga wollte nun auch einsteigen. Mama freundlich wie immer: "Bin gleich fertig.". Monster-Mom mit überraschend netter, gelassener Stimme: „Ja, immer mit der Ruhe.". Mama lässt sich also Zeit, dann kann sich das Aas vielleicht n bissl abregen... Nicki irgendwann fertig. Tür zu. Mama latscht nach hinten und lädt noch den Buggy ein. Währenddessen steigt Rumpelstilzchens Ausbilderin in ihr Auto und es geht weiter: "Es ist doch nur eine Hose, Mensch!"... Und das, wo sich Mama schon so gefreut hat, das Trommelfell von dem kleinen (nennen wir ihn mal) Bambi gerettet zu haben. Noch im Wegfahren hört man das Gemecker...

Mama steigt ins Auto, zwinkert ihren Ladies zu und fährt tiefenentspannt nach Hause... 

Ein paar Stunden später schlummern unsre Engelchen (ich will es mal wagen, dieses Wort zu benutzen) friedlich in ihren Bettchen. Und irgendwo da draußen, am Stadtrand vielleicht, in einer dunkeln Gasse, in einem windschiefen Hüttchen sitzt des Teufels Großmutter auf'm Lokus und weint. Die Stimme hat schon längst den Geist aufgegeben, der Arsch is dreckig, die Rolle is leer und keiner hört ihr heiseres Wimmern nach Scheißhauspapier... 

Und was lernen wir daraus: Mit mehr Gelassenheit ist man weniger angeschissen.

8.3.15 22:00, kommentieren

24.11.13

Abendbrot fertig. 

Wie immer mit Schlachtfeldoptik. Schnuten voll. Händchen voll. Hier und da auch eine Nase oder ein Ohr voll. Nacken voll. Sitz voll. Boden voll. Tisch voll. Schnauze voll... 

Papa putzt Nina die Hände. Mama is mit Hanna beschäftigt. Nicki streckt die Hand nach ihrer Pulle aus. Zu weit weg. Sie reckt den Arm so sehr sie kann. Immer noch zu weit. Sie beugt und biegt sich so gut es geht nach vorne. Aber nix is. Sie murrt. Und knurrt. Und fiept. Und quietscht. Und nörgelt. Dann wirft sie sich zurück und zu den Seiten mit einem Gesicht so rot wie eine Tomate und so zerknautscht wie nach nem Stück Zitrone. Dann auch noch: "Uuuääääh!". Papa reicht's: "Ey, wenn du lernst, so zu quengeln, wie deine Mutter, dann platzt hier die Bombe!". Mama ganz trocken: "Die is schon ausgelernt...".

8.3.15 21:58, kommentieren

22.11.13

Wooow war das ein Tag...

Es hat alles wie immer angefangen. Licht an, "Guten Morgen"-Geträller von Mama, Schlafkutte auf, zack auf Mamas Arm und ab nach unten. Kurz Oma bespaßen. (Die hockt jeden Morgen auf meinem Spielteppich und freut sich n Ast, wenn Mama mich bei ihr absetzt.) Dann holt Mama die anderen beiden und macht uns Kita-fertig. Husch husch ins Auto (ich natürlich vorne) und ab in die Kita.

Und da fing es heut an, komisch zu werden. Denn Mama hat mich wieder mitgenommen. Wir haben zu Hause schön zusammen gefrühstückt. Naja, eineinhalb Flaschen hab ich leer gesoffen und dann das Brot zerpflückt. Aber Mama war voll entspannt. Macht gar keinen Spaß, wenn sie nicht hektisch rumfuchtelt. Dooof. Dann durfte ich spielen und wir haben gekuschelt, bis sie mich wieder in Schale geschmissen hat. Sie is mit mir ne Weile Auto gefahren und ich hab schön geschlafen. Als ich aufwachte, waren wir beim Onkel Doktor. Der hat mich beäugt, mit Mama gequatscht, ihr Zettelchen gegeben und sich brav von mir verabschiedet. Auf dem Rückweg hat Mama die ganze Zeit mein Lieblingslied dudeln lassen. Boa, da bin ich voll abgegangen. Beine und Arme im Takt gerudert und geheadbangt vom Feinsten. 

Dann haben wir wieder im Nicht-zu-Hause gehalten. Sie hat mich in so einen Käfig gesetzt. Voll uffregend. Den hat sie in eine große Halle gerollt und haufenweise Zeugs reingeschmissen. Ich hätt so gern eine Banane gehabt, aber nichts gönnt sie mir. Dann hat ne Tante alles an sich vorbeifahren lassen und gepiept ohne Ende. Naja, Mama hat alles ins Auto geschmissen und endlich ab nach Hause. 

Sie war total cool drauf. Nich so wuselig wie sonst. Während sie mein Happahappa gekocht hat, durfte ich durch die Küche tapern, überall ran patschen und auch in aller Seelenruhe den Flur verwüsten. Dann gab's Brokkoli und Sprengschwein mit meinem Lieblingsfrischkäse. Jammi. Das hat sooo müde gemacht. Gleich erstmal ne Runde schlafen. Als ich aufwachte war Papi plötzlich da. Ich bin hin gekrabbelt, hab mich auf ihn geschmissen und geschmuuust und weitergepennt. Beim nächsten war Papi wieder weg. Vielleicht hab ich das ja nur geträumt. Mmh... Mama und ich sind jedenfalls in die Küche gegangen und sie durfte mir Quark in die Schnute schaufeln. Speckilatussis waren "bah!!!" und die Bananen doch nich so der Hit.

So, und dann durfte ich endlich wieder spielen. Mama is ständig durch die Küche gewuselt. Sie hat alles was sie finden konnte in eine Schüssel geschmissen, rumgematscht, lange Haufen draus gemacht und die dann weggesperrt. Als sie sie wieder raus gelassen hat, haben die geduffftet. Jammi.

Irgendwann tauchte Oma auf und wollte wieder entertaint werden. Und Mama kam kurze Zeit später mit den anderen Zwergen an. Wir haben zusammen gespachtelt und uns bettfein machen lassen. Noch ne Runde geschmust und ab in die Falle. 

Ach war das aufregend heute. Man munkelt, morgen kommt Onkel Tommi. Also wieder viel Arbeit. Der will ja schließlich auch bespaßt werden. Es wird also höchste Zeit für den Sandmann...

Gut Nacht, Fans.

Eure Nicki

8.3.15 21:57, kommentieren

19.11.13

Mama sitzt an Ninas Bettchen. Trösten ist erledigt. Sie is ruhig und auf'm Weg ins Schlummerland. Aber wehe, Mama geht weg. Da bimmeln die Alarmglocken und die Sirenen gehen an. Also hockt die Mama da im Halbdunkel und bibbert. Vorschiftsmäßige verfickte 17 Grad.

Da regt sich was im Nachbarbettchen. Das kleine Knäuel liegt auf'm Bauch, Popo in die Höh und wird so langsam unruhig. Ein Tutti im Mund. Der Stellvertreter links. Die Nummer Sicher rechts. Das Köpfchen dreht sich nach links. Tutti ans Näschen halten. Doof! Das Köpfchen dreht sich nach rechts. Tutti ans Näschen halten. Auch doof! Sie murrt. Stemmt sich hoch. Sitzt. Rechter Tutti ans Näschen. Murren. Doof! Den linken nochmal probiert. Murren. Megadoof! Sie zögert kurz. Dann denkt sie sich: "Ich muss Mama Bericht erstatten. Wo isse denn?". Dann startet sie: "Uuääähääähää...". Mama: "Hanna...". Stille. Hanna ortet. Dreht das Köpfchen zu Mama. Stutzt. Denkt: "Rekordzeit. Respekt!". Dreht das Köpfchen wieder weg. Denkt: "Wo war ich stehengeblieben?". Kippt zur Seite, dreht sich auf den Bauch, Popo in die Höh. Köpfchen zum Stellvertreter. Kurz tutteln, dann schnarchen...

8.3.15 21:57, kommentieren

14.11.13

Kuschelzimmer. Ein Raum mit Matratzen, Kissen, Schmusetieren und eigentlich nichts hartem. Irgendwie hat sich eine Nuckelkette reingemogelt und wird ganz zielsicher von Papas Fuß gefunden: "AAAHHH... verdammte Drecksarschmistvotzenhurenwichspullerfickscheiße...". Mama kennt das und gibt n müden, aber belustigen Blick. Papa: "... und du brauchst gar nich so angegeilt guckn."

8.3.15 21:56, kommentieren

12.11.13

Ick zeig ihm n Foto von mir und er sagt: "Du musst echt noch üben, hübsch auszusehen.“

War schon lange nicht mehr so sprachlos. 

Dann legt er nach: "Das is so n richtiges Hassgesicht."

Und nachdem ich ihm die Worte "Fett, Wal, abreißen, reinscheißen, Sack, abhacken, zerquetschen, alt, grau, ranzig und Waldschrat" an den Kopf geknallt habe und mit draußen überwintern gedroht habe, wird zurückgerudert wo er nur kann.

8.3.15 21:56, kommentieren